Besuch der „Lady Agnes“ in Stölln

Inspiriert von einem Vortrag des Flugkapitäns Heinz-Dieter Kallbach im letzten Frühjahr machte sich unser AWO Ortsverein Mitte September auf den Weg nach Stölln. Das Busunternehmen Palm mit seinem Busfahrer Roland brachte uns sicher zu dem wohl ältesten Flugplatz der Welt nach Stölln. Unterstützung bekam der Busfahrer von unserem Vorstandsmitglied Sieglinde Stellmacher. Sie sorgte während der Fahrt dafür, dass niemand verdurstete und bereitete schon für alle einen kleinen Imbiss vor. Diesen gab es bei einem Zwischenstopp in der Stadt Brandenburg. Gestärkt ging es nun die letzten Kilometer nach Stölln. Von weitem konnten wir sie nun endlich sehen. Die IL 62. Ein ausrangiertes Langstreckenflugzeug der DDR-Fluggesellschaft Interflug. Die ehemalige Bürgermeisterin und die Bewohner von Stölln hatten den Wunsch, die Maschine an die Wiege der Fliegerei zu überführen. Hier am Gollenberg machte der Flugpionier Otto Lilienthal seine ersten Flugversuche. Nach vielen geglückten Flügen wurde er am 9.8.1896 leider von einer Windböe erfasst und stürzte aus ca. 17m ab. Nur einen Tag später erlag er trotz sofortiger Hilfe und einem Transport nach Berlin seinen schweren Verletzungen.

Auch die IL 62 hier zu landen, schien als ziemlich riskant und aussichtslos. Nur knapp 900 m Ackerwiese zur Landung dieser Maschine, das war schon abenteuerlich. Doch reizte das den erfahren Flugkapitän Kallenbach und seine Crew. Nach monatelangen Vorbereitungen der Maschine und der improvisierten Landebahn, wo auch alle Stöllener ihr bestes gaben, war es am 23.10.1989 endlich soweit. Nach einigen Flugabbrüchen wegen schlechten Wetters setzen Flugkapitän Kallenbach und die Crew die IL 62 sicher auf. Ganz Stölln und ihre Bürgermeisterin waren begeistert. Sie versprachen die „Lady“ zu pflegen. Aber wie sollte sie nun weiter heißen? Da kam ihnen die Idee, sie nach Agnes Lilienthal, der Frau von Otto, zu taufen. Deshalb der Name „Lady Agnes„. So entstand hier rund um den Gollenberg ein Lilienthal – Centrum. Hier hatten wir nun zuerst eine Führung im Flugzeug, was auch als Standesamt genutzt wird. Hier heiraten Paare aus aller Welt. Die ganze Maschine ein Museum mit vielen original Utensilien der DDR Luftfahrt. Im Cockpit standen an den Sitzen die Namen der vier Helden, die das Wunder von Stölln verbrachten. Tausende flugbegeisterte Besucher schauen hier jedes Jahr vorbei. Auch Flugkapitän Kallbach wirbt durch Spendenaufrufe diese einmalige Einrichtung zu unterstützen. Nach der Besichtigung ging es ins Lilienthal Centrum. Auch hier erwarteten uns nach Kaffee und Kuchen viele interessante Informationen über Otto Lilienthal. Auch viele seiner originalen Flugapparate waren hier im Maßstab 1:1 zu bestaunen. Die Weiterentwicklung seiner Modelle und die beginnende Motorisierung machten die Fliegerei zu dem, was sie heute ist.

Ein langer Applaus der Reisegruppe zeigte, dass alle zufrieden waren. Ein besonderer Dank geht an den Busfahrer, unsere Reisebegleiterin Sieglinde, der stellvertretenden Vorsitzenden Ingrid Mertner und an den AWO-OV Wildau.

 

 Text / Fotos     Dieter Okroy – AWO - Wildau

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.