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Meldungen des Kreisverbands

08.07.2015    

Reform des Vergaberechts für Stärkung von Qualität und Innovation nutzen

„Ziel des Gesetzes muss es sein, die einseitige Dominanz des Preiskriteriums im Sozialbereich zu vermeiden und damit den Qualitätswettbewerb zu fördern.“

„Soziale Arbeit ist stets eine personenbezogene Beziehungsarbeit, die von den Mitarbeitenden hohe Fachkompetenz und von dem sozialen Dienstleister ausreichende Erfahrung verlangt. Sie heben sich von anderen Dienstleistungen dadurch ab, dass sie ihre Wirkung erst im Zusammenspiel zwischen den Leistungserbringenden und den Leistungsempfangenden entfalten – das dürfen wir bei der aktuellen Reformdebatte um die Modernisierung des Vergaberechts nicht aus dem Blick verlieren", kommentiert AWO Vorstandsmitglied Brigitte Döcker das heute im Bundeskabinett zum Beschluss stehende Gesetz zur Modernisierung des Vergaberechts und führt aus: „Ziel des Gesetzes muss es sein, die einseitige Dominanz des Preiskriteriums im Sozialbereich zu vermeiden und damit den Qualitätswettbewerb zu fördern.“

In der Gesamtsumme der Vergabeverfahren nehmen die Ausschreibungen von sozialen Dienstleistungen zwar nur einen geringen Anteil ein. In ihrem Anwendungsbereich, so insbesondere bei den Arbeitsmarktdienstleistungen nach dem SGB II und III, sind die Auswirkungen auf die Bieter jedoch erheblich. Gerade der Vorrang des offenen Verfahrens im gegenwärtigen Vergaberecht führt zu einem weitgehend vom Auftraggeber gesteuerten Kommunikationsvorgang, der praktisch keinen Raum für Initiativen des Bieters lässt. „Wir begrüßen deshalb ausdrücklich, dass das neue Gesetz bei der Ausschreibung von sozialen und anderen Dienstleistungen künftig eine weitgehende Freistellung der Auswahl der Verfahrensarten vorsieht, was insbesondere auch den wettbewerblichen Dialog und die Innovationspartnerschaft einschließt“, erläutert Döcker.

„Um den Besonderheiten sozialer Dienstleistungen umfassend Rechnung zu tragen und Qualität im Vergabeverfahren abzubilden, reicht das allein jedoch nicht aus“, so Döcker. Wünschenswert wäre zum einen eine Klarstellung bei der Definition des für die Anwendung des Vergaberechts ausschlaggebenden Auftrags dahingehend, dass die klassische Organisationsform der sozialrechtlichen Leistungserbringung im Dreiecksverhältnis in keiner Weise dem Vergaberecht unterliegt. „Was wir außerdem brauchen ist eine Verankerung der drei Qualitätsdimensionen, Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität im Gesetz, um diese bereits bei Zuschlag umfassend berücksichtigen zu können“, erläutert Döcker abschließend.

Hintergrundinformationen

Der Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Modernisierung des Vergaberechts (kurz: Vergaberechtsmodernisierungsgesetz – VergModG) setzt die wesentlichen Regelungen der EU-Vergaberichtlinien 2014 in nationales Recht um. Die Umsetzung in deutsches Recht erfolgt, entsprechend der Eckpunkte der Bundesregierung zur Modernisierung des Vergaberechts vom 7. Januar 2015, auf gesetzlicher Ebene im Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB). Sie wird zum Anlass genommen, den bisherigen Vierten Teil des GWB umfassend zu überarbeiten und neu zu strukturieren. Im überarbeiteten Vierten Teil des GWB sollen künftig alle wesentlichen Vorgaben zur Vergabe von öffentlichen Aufträgen und von Konzessionen enthalten sein. Die Entwürfe für die neuen Vergabeverordnungen, die für Herbst 2015 angekündigt sind, sollen weitere Einzelheiten zu den Vergabeverfahren enthalten, die im Vierten Teil des GWB bislang noch nicht angesprochen sind. Entsprechend der Vorgaben zur Richtlinienumsetzung sollen die gesetzlichen Neuerungen am 18. April 2016 in Kraft treten. Der AWO Bundesverband hat zu dem Entwurf mit den anderen Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege eine gemeinsame BAGFW-Stellungnahme erarbeitet (Stellungnahme im Anhang).

Kategorie: Arbeit & Soziales, Beratung & Hilfe, Sozialpolitik und Sozialrecht 

 


Download der Materialien
Stellungnahme der BAGFW zur Modernisierung des Vergaberechts | 08.07.2015 | 147 KB
PM: Reform des Vergaberechts für Stärkung von Qualität und Innovation nutzen | 08.07.2015 | 78 KB
 
 

25.06.2015    

AWO fordert: Aufwertung sozialer Berufe als Gebot der Stunde

AWO zur Bertelsmann-Studie "Lohneinkommensentwicklungen"

„Es ist ein Skandal, dass gerade soziale Berufe in Bezahlung und Wertschätzung immer weiter abgehängt werden", kommentierte der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler die neue Studie von Bertelsmann-Stiftung und Prognos-AG. Im Vergleich zur Industrie verdienen die Beschäftigten in sozialen Berufen auch bei vergleichbarer Qualifizierung deutlich weniger, als Beschäftigte in anderen Branchen. Die aktuelle Studie verdeutlicht, dass diese Kluft zukünftig sogar noch weiter wachsen wird. Der AWO Bundesvorsitzende verweist auf die Rolle des Staates und die sehr komplexen Refinanzierungsbedingungen, betont jedoch: „Immer auf die knappen Kassen zu verweisen, bringt nichts: Am Ende werden wir als Gesellschaft insgesamt draufzahlen, wenn wir die Bedingungen in der Gesundheits- und Sozialbranche nicht verbessern.“

Die tatsächlich erzielten Löhne in diesem Bereich  liegen sogar noch um einiges niedriger, als vermeintlich angenommen, da aus unterschiedlichen Gründen gerade in der Gesundheits- und Sozialbranche Teilzeitbeschäftigung weit verbreitet ist. Insgesamt haben die Beschäftigten eine sehr geringe soziale Absicherung. „Es kann und darf nicht sein, dass gerade die Menschen, die ihr Berufsleben der Pflege, Betreuung und Beratung anderer gewidmet haben, im Alter unter der Armutsgrenze landen“, mahnt Stadler. Das Land stehe vor immensen Herausforderungen, die nur mit guter sozialer Arbeit und qualitativ hochwertigen Dienstleistungen zu bewältigen sein werden: Demografischer Wandel, Veränderungen von Familie und Arbeit, zunehmende Ungleichheit oder die Umsetzung von Inklusion als Gesellschaftsbild sind einige davon. „Am Ende leisten gerade die Frauen und Männer im sozialen Sektor die Voraussetzungen, dass diese Herausforderungen bewältigt werden und dass unsere Ökonomie und unsere Exporte überhaupt weiter erfolgreich sein können“, erklärt Stadler.

Darüber hinaus sind von der Entwicklung der Löhne besonders Frauen negativ betroffen, die 80 Prozent der Beschäftigten stellen. Für Stadler und die AWO ein Grund mehr, Verbesserungen zu fordern. „Unsere Kolleginnen fordern nichts weniger als endlich die Wertschätzung, die sie verdienen“, meint Stadler. Die AWO ist an mehreren Stellen aktiv und versucht konkret an einer Erhöhung der Anerkennung zu arbeiten. Mit eigenen Reihen und Formaten diskutiert sie und kämpft für eine bessere Bewertung der sozialen Berufe. Im Rahmen eines von der Europäischen Kommission geförderten Projekts versucht sie seit Jahren mit zunehmendem Erfolg, die Arbeitgeber der Branche an einen Tisch zu bringen, um die Zerklüftung der Branchenstruktur zu überwinden. An vielen Stellen steht die AWO für Qualität und Innovationen und macht nach außen immer wieder deutlich, welche Leistungen in den sozialen Diensten und Einrichtungen täglich vollbracht werden. Vor allem jedoch setzt sich die AWO und vor allem der Vorstand für einen bundeseinheitlichen Entgelttarifvertrag Soziales ein. Mit ihm würde es gelingen, den Wettbewerb der Leistungsanbieter endlich so zu gestalten, dass er zu einem Wettbewerb um Qualität ist und nicht ein Wettbewerb um besonders niedrige Preise. Es geht hier um eine Verhinderung von Lohndumping in der Sozialbranche. Stadler schätzt die Chancen immer besser ein: „Die Einsicht, dass es so nicht weitergehen kann, setzt sich langsam durch. Wir kommen Schritt für Schritt voran.“ Gelingt dies, ist die Politik gefordert, die Refinanzierung entsprechend zu gestalten.

Kategorie: Kinder & Jugend, Familie, Arbeit & Soziales, Frauen, Alter, Gesundheit, Menschen mit Behinderung, Beratung & Hilfe, Europa & Internationales, Freiwilliges Engagement 

"Echtes Engagement. Echte Vielfalt. Echt AWO.“

AWO Aktionswoche startet bundesweit am 13. Juni 2015

Engagement ist tief in der Tradition der AWO verwurzelt und nicht zuletzt der Impuls, vom 13. - 21. Juni 2015 eine bundesweite Aktionswoche durchzuführen. „Echtes Engagement. Echte Vielfalt. Echt AWO.“ – ist das zentrale Motto der Aktionswoche. „Wir werden in dieser Woche bundesweit unsere Türen öffnen, um unsere engagierte, soziale Arbeit zu präsentieren“, erklärt der Präsident der AWO Wilhelm Schmidt und ergänzt: „Die Aktionswoche zeigt den Menschen, dass wir ein Verband sind, der zugleich traditionell und modern, der  lebendig, innovativ, dynamisch und vielfältig ist und warum es für alle Generationen richtig und wichtig ist, sich in der AWO zu engagieren.“

Vielfalt wirkt vielfach: Die AWO ist in dieser Woche und im ganzen Jahr für alle Menschen mit unterschiedlichen Angeboten da. „Die Aktionswoche lebt vom Engagement der AWO vor Ort. Deshalb freuen wir uns, dass bereits eine Woche vor ihrem Beginn schon über 1.000 Veranstaltungen in den Veranstaltungskalender der Aktionswoche eingetragen wurden“, erklärt Präsident Schmidt und ist zuversichtlich, dass es noch viel mehr werden. Das Programm ist so vielfältig wie die AWO: Vom Tag der offenen Tür  und Sommerfesten bis hin zu großen Innenstadtfesten, wie in Hamburg, Oldenburg  oder Speyer und Diskussionsrunden zu sozialpolitischen Themen, wie eine Veranstaltung zu „Demokratie in Kindergärten“ mit der Berliner Senatorin Sandra Scheeres. Die interessantesten Veranstaltungen werden als Countdown seit Mitte Mai täglich auf der Facebookseite des Bundesverbandes unter dem Motto 30 mal #echtawo vorgestellt.

Der zentrale Auftakt für die AWO-Aktionswoche wird im Rahmen des Bundesausschusses der AWO am Samstag, den 13. Juni 2015 in Berlin erfolgen.  Die Aktionswoche wird in den Social-Media-Plattformen, wie Facebook, Twitter und Instagram begleitet. Bei Instagram – einer Foto-App wird zu einem Wettbewerb aufgerufen, die schönsten und kreativsten Bilder mit dem Schlagwort #echtawo zu posten und/oder zu bewerten. Die interessantesten Beiträge aus den sozialen Netzwerken können hier abgerufen werden: https://storify.com/awobund/echtawo.

Kategorie: Kinder & Jugend, Familie, Migration, Alter, Gesundheit, Menschen mit Behinderung, Beratung & Hilfe, Arbeit & Soziales, Europa & Internationales, Freiwilliges Engagement 

 


Neue AWO-Einrichtung in Lübbenau

Im Mai wurde in Lübbenau die AWO „Touristenstation“ eingeweiht - eine Kinder-, Jugend-und Familienbegegnungsstätte.

Das kleine Paradies liegt inmitten der Lübbenauer Altstadt, ca. 150 Meter vom großen Hafen und 15 Gehminuten vom Bahnhof entfernt.

Ob mit oder ohne Übernachtung wird den Kindern und Jugendlichen oder auch der ganzen Familie Möglichkeiten der Beschäftigung geboten. Sport, Spiel und Spaß kommen dabei nicht zu kurz. Für die aktive Erholung stehen Paddelbote und ein Spreewaldkahn bereit. Das Außengelände, welches direkt an der Spree gelegen ist, lädt mit Tischtennisplatte, Grillplatz und Lagerfeuer zum Verweilen ein.

Zu einer Besichtigung Ende Mai kamen u.a. der stellvertretende Vorsitzende der AWO LV Brandenburg e.V. Jürgen Mertner und der Geschäftsführer der AWO RV Brandenburg Ost e.V. Norbert Knak. Sie wurden von Christoph Eigenwillig, Vorstandsvorsitzender AWO RV Brandenburg Süd e.V. herzlich begrüßt. Ebenfalls konnte er seinen Stellvertreter Heinz Felker sowie die beiden Geschäftsführer Jens Lehmann und Wolfgang Luplow begrüßen. Norbert Knak überbrachte Grüße seines Vorsitzenden Peter Müller und einen großen Blumenpräsentkorb.

Im Beisein der Projektantin und dem Leiter der Einrichtung erfolgte nun der Rundgang durch die neuen Gebäudekomplexe (AWO- Tours). Die Zimmer sind Barriere frei ausgestattet und für 1-6 Personen variabel eingerichtet. Alle Zimmer verfügen mit der direkten Lage über einen Ausblick auf die Spree.

Die Gäste zeigten sich beeindruckt und wünschten dem Leiter Sylvio Schelletter alles Gute und immer ein volles Haus. Danach gab es bei einem kleinen Imbiss auch noch ausreichend Zeit für einen Gedankenaustausch.

Mehr Informationen zur Einrichtung und über die Preise gibt es über die Internetseite der AWO Regionalverband Brandenburg Süd e. V.( www.awo-bb-sued.de).

Christoph Eigenwillig erinnerte zum Abschied noch an den Termin des Benefizkonzertes des Musikkorbs der Bundeswehr am 11.9.2015 in Lübbenau ! Alle sind herzlich eingeladen!                                                                            

                                                                                     AWO   Fotos : Dieter Okroy

 

Sommerfest im AWO Haus Prierosbrück

Die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen unserer AWO Einrichtung "Haus Prierosbrück" hatten zum Sommerfest geladen und viele sind gekommen. Auch schönes Wetter war dabei.

Wir haben uns sehr darüber gefreut, dass einige Eltern und Großeltern der bei uns lebenden Kinder und Jugendlichen der Einladung gefolgt waren. Ehemalige Kinder und frühere Praktikantinnen unserer Einrichtung waren mit dabei. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom AWO Haus Prierosbrück waren gekommen. Selbst jene, welche sich eigentlich im Urlaub befanden, waren gekommen, um gemeinsam mit allen zu feiern. Eingeladen waren auch alle Angehörigen, um ihnen die Gelegenheit für einen Einblick in unsere Arbeit zu ermöglichen und ihnen für ihre Unterstützung zu danken.

Jürgen Mertner als Vertreter der AWO Regionalverband Brandenburg Süd e.V. zählte ebenso zu unseren Gästen wie Vertreter der AWO Ortsvereine Königs Wusterhausen und Wildau, unsere Ergotherapeutin, unsere Logopädin, unsere Paten von Desy Zeuthen, die AWO Tagesgruppe KW, die AWO Frühförderstelle, Vertreterinnen des Jugendamtes aus Königs Wusterhausen, die Schulleiterin und Lehrerin der Grundschule in Prieros, der Angelverein Bestensee und die Feuerwehr Prieros. Nicht zu vergessen Dieter Okroy, der immer dafür sorgt, dass seine schönen Fotos nach der Feier für alle zur Verfügung stehen. Dafür an dieser Stelle einen ganz besonderen Dank.

Auf der neu gestalteten Terrasse, konnten es sich alle bei liebevoll selbst gebackenem Kuchen und einer Tasse Kaffee gemütlich machen.

Wem das Sitzen und Schauen zu wenig war, konnte sich bei Sport und Spiel ordentlich austoben. Die Prieroser Feuerwehr kam mit Einsatzfahrzeug und brachte viel Material und Ausrüstung zum Bestaunen und Ausprobieren mit. Die Angler aus Bestensee ermöglichten es Jedem, der es wollte, sein Glück beim Zielangeln auszutesten.

Am späten Nachmittag gesellten sich Trainer, Sponsoren, Kinder und Eltern von SG Südstern Senzig e.V. zu den Gästen und hatten für unsere Kinder und Jugendlichen eine große Überraschung mitgebracht. Bei einem Hallenfußballturnier, organisiert durch die SG Südstern Senzig e.V., im Februar diesen Jahres in der Paul-Dinter Halle in Königs Wusterhausen, hatten die Eltern und Sponsoren dafür gesorgt, dass die Tageseinnahmen unserer Einrichtung zugutekommen. Auf unseren Wunsch hin ist dieses Geld in die Anschaffung eines großen Fernsehers investiert worden. Den fehlenden Betrag hat die Metro AG in Waltersdorf ergänzt und nun können wir uns über ein neues großes Gerät freuen. Allen Beteiligten dafür nochmals unseren herzlichsten Dank.

Damit der Geschenke noch nicht genug. Wir wünschen uns schon länger Zeit ein Bodentrampolin in unserem Garten. Obwohl schon sehr viele Sponsoren viel Geld gespendet haben, hat es bisher noch nicht gereicht. So ein Bodentrampolin ist sehr teuer. Jürgen Mertner überbrachte uns nun die freudige Botschaft, dass der noch große fehlende Betrag von der Wildauer Service GmbH (WSG) ausgeglichen wird. Dafür bedanken wir uns schon im Voraus aufs herzlichste.

Den gemütlichen Nachmittag mit Sport und Spiel und vielen Gesprächen beendeten wir mit einem leckeren Hotdog für alle. Wir freuen uns schon jetzt auf das Sommerfest im Frühling 2016.

AWO Haus Prierosbrück                        Fotos : Dieter Okroy - AWO

Anja Raschke-Tarnick

Einrichtungsleiterin

 

 

Zu einer Lesung am 7.5 

 

 

„Ick bin Berliner“

So begann im AWO Club Wildau die 2. Lesung von Marion Thomasius.

Eigentlich bin ich Wahlberlinerin, korrigierte sie sich selbst bei der Begrüßung der Gäste. Ursprünglich stammt sie aus dem Süden und ihr ständiger Begleiter und Ehemann Wolfgang aus dem Norden. Schon bei der letzten Lesung im November entdeckte sie ihre Zuneigung zum Wildauer Publikum. Sie beendete damals ihre Lesung mit den Worten, dass sie gerne wiederkommen würde. Geschichten hätte sie ja noch genug. Da sich das damals auch viele Besucher vorstellen konnten, war es Grund genug für unseren AWO Vorstand, sie wieder einzuladen.

Der AWO Clubraum in der Fichte 105 war auch wieder sehr gut besucht. Auch unser AWO-Kreisvorsitzende Jürgen Mertner ließ es sich nicht nehmen dabei zu sein, obwohl er nach der Veranstaltung schon den nächsten Termin hat. Zuerst war wieder gemeinsames Kaffeetrinken mit leckerem und selbstverständlich selbstgebackenem Kuchen angesagt. Danach legte die Autorin los. Wieder amüsierte die eine oder andere Geschichte das Publikum, die ausschließlich alle aus ihrer eigenen Feder stammten. Die Erzählungen wurden witzig und pointiert vorgetragen. Sie waren anregend und nachdenklich zugleich. Oft recht kritisch und voll rabenschwarzem Humor. Sie berichtete über das Zusammenleben in einer Wohnanlage und erfrischende Geschichten, wie sie das Leben eben schreibt. Eine ihrer „Zielgruppen“ waren unter anderen die Wunderkinder von heute. Vor allem ihre Erziehung, die doch stark von den Vorstellungen der Eltern und Großeltern abweicht. Ein Beispiel war, dass es nach neuesten Erkenntnissen für ein Kind nicht zumutbar ist, mit 2 Jahren schon auf dem Topf zu sitzen. Das könnte bleibende Schäden hinterlassen. So laufen 4 jährige noch in Windeln herum. Und ihre ersten Worte sind nicht mehr wie früher Mama oder Papa sondern „ipad“. Sie bedienen in diesem Alter auch Papas DVD-Player perfekt und sprechen in der Kita schon ein fast perfektes Englisch. Wahre Wunderkinder sind eben die Kay-Noels, Lennart-Wilhelm, Joel Benjamin, Kimberly-Soey und wie sie heute alle heißen. Die Besucher amüsierten sich köstlich und nach jeder Geschichte gab es Beifall. So verging die Stunde wieder viel zu schnell. Frau Thomasius verabschiedete sich mit einem lustigen Musikstück, welches ihr Mann Wolfgangeinspielte, der wieder die Technik bediente. Sie sind ja auch als Paar ein bekanntes Gesangduo. Zum Schluss gab es wieder Blümchen für die Dame und auch ein Präsent für ihren Partner, was ihn sichtlich erfreute. Ingrid Mertner bedankte sich bei allen für ihr kommen. Und die Besucher bedankten sich bei Ingrid für den schönen Nachmittag. Sie hat den Nachmittag wieder perfekt organisiert. Auch dafür an dieser Stelle ein großes Dankeschön!                                                                                                                           Die nächste Veranstaltung unseres Ortsvereines wird das Große Benefizkonzert der AWO in Lübbenau mit Bustransfer und ein geführter Besuch im Landtag sein. Beide Veranstaltungen finden im September statt. Genauer Termin wird noch bekanntgegeben.

                                         Text / Fotos Dieter Okroy   AWO-OV-Wildau

 

Am 26.April 1945 wurde Wildau von den Truppen der Roten Armee eingenommen und vom Faschismus befreit.

Wildau Ehrenmal der gefallenen Soldaten Kopie

Jahresversammlung des AWO-Kreisvorstandes Dahme-Spreewald

Am 22.4. 2015 tagte der Vorstand der AWO KV Dahme-Spreewald e.V. in der Cafeteria der AWO Seniorenheim Wildau GmbH. Der Vorsitzende Jürgen Mertner berichtete über die Entwicklung des Verbandes und seiner Einrichtungen in den vergangenen Jahren. Schwerpunkte waren die Seniorenclubs in Luckau, KW und Wildau. Auch ging es unter anderen um die Übernahme von Anteilen der Seniorenheim Wildau GmbH sowie eines weiteren Seniorentreffs am Kirchplatz in Königs Wusterhausen. Geschäftsführer Jens Lehmann erstattete dann den Bericht über die Jahresabschlüsse 2012/13. Im Anschluss wurde angeregt diskutiert. An den Diskussionen beteiligte sich auch der Vorsitzende des Regionalverbandes Brandenburg Süd e. V. Christoph Eigenwillig, der als Gast an der Versammlung teilnahm. Er empfahl ein Treffen aller Ortsvereinsvorstände zum Gedankenaustausch im kommenden Herbst.

Mit einem gemeinsamen Essen klang die Veranstaltung aus.

                                                                    Text / Fotos Dieter Okroy AWO

 

   01  Tausche Bretter gegen Zement!

So oder ähnlich hieß es in den Zeitungsannoncen in der DDR. Wer ein Haus gebaut hat, kann ein Lied davon singen. So ging es auch den Autor und Hausbauer Klaus Witte. Da er damals akribisch darüber Tagebuch führte, hatte er wohl genug Erlebnisse und Kuriositäten, um ein Buch darüber zu schreiben. So entstand sein Buch „Meine Eigenen vier Wände“-Hausbau in der DDR. Um es den Leuten näher zu bringen, ist es wohl das Beste, es selbst in einer Lesung vorzustellen. Das geschah Mitte April im Wildauer AWO-Club-Fichte 105. Obwohl fast sommerliche Temperaturen herrschten, waren doch fast 20 Besucher der Einladung unseres Ortsvereines gefolgt. Ob der Grund für ihr Kommen nun die Lesung oder der leckere selbstgebackene Kuchen war, ließ sich nicht ermitteln. Wahrscheinlich beides. Nach kurzer Begrüßung durch Ingrid Mertner, unserer stellvertretenden Vorsitzenden, konnte es losgehen. Fast eine Stunde berichtete der Autor an Hand seines Buches oder persönlicher Erinnerungen über Erlebnisse rund um seinen Hausbau. Er erzählte, wie Behörden und Mangelwirtschaft ein privates Bauvorhaben in der DDR ausbremsen konnten und wieviel Phantasie, Cleverness, körperlicher Einsatz, Stress und Bereitschaft, auch ungewöhnliche Wege zu gehen, notwendig waren, den staatlichen Handel umgehen zu können und die Schattenwirtschaft zu nutzen. Er schilderte genau, wie er vom ersten Stein, über den Mörtel, seinen Fenstern, den Heizungskesseln bis hin zu den Fliesen im Bad kam. Dabei gab es so manche kuriose Geschichte. Jeder der in der DDR ein Haus gebaut hat oder jemanden kannte, konnte das so oder ähnlich bestätigen. Mancher dachte schon dabei, wo hatte man denn das ganze Material her, schließlich gab es ja kaum etwas. Da fielen einem doch wieder die Sprüche vom Parteitag der SED ein. So sagte der Generalsekretär Erich Honecker einmal: „Aus unseren Betrieben ist noch viel mehr rauszuholen.“ Das musste wohl der eine oder andere missverstanden haben. Am Ende der Lesung wurde dem Autor noch ein kleines Präsent überreicht. Einige Besucher kamen dann noch mit dem Autor ins Gespräch. Ein besonderer Dank natürlich auch wieder an unsere Bäckerinnen. Schon alleine ein Grund, mal vorbei zu schauen. Die nächste Lesung findet übrigens am 7.5.2015 in der Fichte 105 statt. Nicht wie angekündigt in der Villa 34. Da liest Marion Thomasius zum Thema „ Ick bin Berlinerin“. Sie konnte uns schon voriges Jahr begeistern. Die Veranstaltung beginnt um 15 Uhr. Natürlich gibt es auch da wieder selbstgebackenes und Kaffee. Der Eintritt ist auch hier wieder frei!                

                         Bitte weitersagen!

                                                     Text / Fotos Dieter Okroy   AWO-OV-Wildau

Equal Pay Day: AWO fordert Lohngerechtigkeit

22 Prozent weniger Gehalt, so sieht noch immer die Realität für Frauen in Deutschland aus. „Eine Ungerechtigkeit, die wir nicht hinnehmen können und wollen", kommentiert der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler, die heute anlässlich des Equal Pay Days veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamts. Der Equal Pay Day findet jährlich am 20. März statt und markiert das Datum, bis zu dem Frauen über den Jahreswechsel hinaus arbeiten müssen, um rechnerisch das Jahresdurchschnittsgehalt eines Mannes zu erreichen. „Ein Entgeltgleichheitsgesetz ist ein wichtiger Schritt, noch wichtiger ist aber eine Änderung des bisherigen Steuersystems“, fasst Stadler die wichtigsten AWO Forderungen zusammen.

„Die Gleichberechtigte Teilhabe in allen Bereichen der Gesellschaft, also auch im Erwerbsleben und in der Wirtschaft muss umgesetzt werden“, betont Stadler weiter. In diesem Zusammenhang begrüßt die AWO die bereits beschlossenen Reformschritte der Bundesregierung, wie die Frauenquote und auch die aktuellen Bestrebungen um ein Entgeltgleichheitsgesetz. „Was wir jedoch dringend brauchen, ist eine Reform des Steuersystems, damit alle rechtlichen Vorgaben abgebaut werden, die die traditionelle Erwerbsaufteilung fördern“, führt Stadler aus. In den steuerlichen Fehlanreizen, die beispielsweise vom Ehegattensplitting ausgehen, sieht der AWO Bundesvorsitzende nach wie vor eine der Kernursachen dafür, dass Frauen sich für einen Minijob entscheiden, anstatt eine eigene soziale Absicherung zu wählen.

Um Lohngerechtigkeit zu verwirklichen bedarf es nach Ansicht der AWO eines weitreichenden Maßnahmepaketes: Geringfügige Beschäftigung und Minijobs müssen zugunsten sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung abgebaut werden, auch präventiv um Altersarmut zu vermeiden“, betont Stadler. Gleichzeitig müsste die Bundesregierung ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag einlösen und die Beschäftigung in den sozialen Berufen, wie in der Pflege, Betreuung und der frühkindlichen Bildung, in denen traditionell viele Frauen tätig sind, aufwerten und gemeinsam mit den Tarifpartnern, den Sozial- und Wohlfahrtsverbänden den Wert und die Qualität der sozialen Arbeit stärker honorieren, um gerechtere Entlohnung zwischen Frauen und Männern durchzusetzen.

Ebenso hartnäckig, wie der Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern halten sich laut Statistischen Bundesamt auch die messbaren Begründungen für den Pay Gap zwischen Frauen und Männern: unterschiedliche Branchen und Berufe, in denen Frauen und Männer tätig sind, ungleich verteilte Arbeitsplatzanforderungen hinsichtlich Führung und Qualifikation sowie weitere Faktoren, wie z. B. ein niedrigeres Dienstalter und ein geringerer Beschäftigungsumfang bei Frauen. „Diese Ursachen können aber nur rund zwei Drittel des Verdienstunterschiedes erklären. Das verbleibende Drittel ist  vollkommen inakzeptabel und fordert uns zum Handeln auf, “ bekräftigt Stadler.

12.03.2015    

Pflegestatistik: Pflege nimmt an Bedeutung zu

„Die Zahlen zeigen, dass es einen großen Bedarf gibt, Pflege und Beruf miteinander zu vereinbaren“, erklärt AWO Vorstandsmitglied Brigitte Döcker angesichts der heute veröffentlichten Pflegestatistik 2013. Demnach werden 71 Prozent der Pflegebedürftigen, d.h. 1,86 Millionen Menschen zu Hause versorgt. Zwei Drittel von ihnen werden von Angehörigen gepflegt. Für Döcker ergeben sich aus den Zahlen folgende zentrale Forderungen: Die Vereinbarkeit von Pflege und die Beratungsleistungen für pflegende Angehörige müssen verbessert und  die Pflegequalität muss sichergestellt werden.“

In unseren Gemeinden und Kommunen leben immer mehr pflegebedürftige Menschen, die Unterstützung und pflegerische Versorgung an ihrem Wohnort benötigen, unabhängig davon, ob der Pflegebedürftige ausschließlich von Angehörigen versorgt oder die Unterstützung ambulanter Dienste mit hinzugezogen wird. Es sind zumeist Angehörige, die den Verbleib in den eigenen vier Wänden ermöglichen. „Mit dem Gesetz zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf hat der Gesetzgeber eine erste gute Grundlage geschaffen. Nun muss überprüft werden, ob von Unternehmensseite genug getan wird, dass die Beschäftigten die ihnen zustehende Auszeit nehmen können“, betont Döcker. 

Darüber hinaus benötigen zu Pflegende und ihre Angehörigen eine umfassende Beratung. Die Vielfältigkeit der Pflege- und Unterstützungsleistungen ist jedoch von Angehörigen schwer zu durchschauen und kaum in Gänze erfassbar. Zudem sind die aktuell in der Pflegeversicherung verankerten Beratungsansätze in Umfang und Finanzierung unzureichend. Auch werden weder Betroffene, noch ihre Familien erreicht. Döcker fordert hier: „einen Beratungsgutschein einzuführen, der den gesetzlichen Beratungsanspruch in die Hand des Versicherten gibt, damit dieser eine Beratungsstelle seiner Wahl aufsuchen bzw. sich zu Hause von einem Pflegeberater informieren lassen kann.“

Mit der zunehmenden Zahl der Pflegebedürftigen steigt auch die Bedeutung des Pflegeberufs und der Pflegequalität für unsere Gesellschaft. In Sachen Pflegequalität sollte der Fokus auf den Nutzen für die gepflegten Menschen und die fachliche Weiterentwicklung gelegt werden. Aus Sicht der AWO ist für die Attraktivität des Pflegeberufes ein modernes und professionelles System der Feststellung und Veröffentlichung der Pflegequalität erforderlich. „Die Qualität von Pflege muss sich an dem messen, was bei den Gepflegten ankommt“, ist das AWO Vorstandsmitglied überzeugt. Den Menschen eine gute Pflege zukommen zu lassen, ist das Motiv für die Wahl des Pflegeberufes und das Ziel der täglichen Arbeit der Pflegekräfte. Auch die Verbesserung der Qualität der Pflege muss sich hieraus ableiten lassen. Steht das Wohlergehen der gepflegten Menschen im Mittelpunkt, dann werden die Pflegekräfte in ihrer Berufswahl bestätigt und sie entwickeln und erhalten eine hohe Motivation für diese so wichtige Arbeit.

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