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Meldungen des Kreisverbands

AWO Haus Prierosbrück sagt: Danke !

Haben Sie vor Weihnachten Ihre im A10 Center gekauften Geschenke einpacken lassen und statt dafür zu bezahlen, einen Obolus für eine soziale Einrichtung in die bereit gestellte Spendenbox gesteckt?

 

Wir können Ihnen versichern: Ihre Spende ist angekommen!

Kürzlich durften wir für das AWO Kinder- und Jugendheim "Haus Prierosbrück“ eine sehr große und sehr schwere Spardose entgegennehmen. Durch ihre Spenden können sich die Kinder und Jugendlichen über 1500,00 €! freuen.

Der A10 Center Manager Herr Schulze und Frau Menzel sind persönlich nach Prieros gekommen, um uns das Geld zu überbringen. Auch Herr Jürgen Mertner, stellvertretender Vorstandsvorsitzender AWO RV Brandenburg Süd e.V., hatte es ermöglicht, bei der Übergabe dabei zu sein.

Bei herrlichstem Sonnenschein konnten wir den Gästen die Einrichtung präsentieren und einen Einblick in unsere Arbeit vermitteln. Sie waren sehr beeindruckt und nahmen sich auch Zeit, um einige Worte in unser Gästebuch einzutragen.

Einige Kinder kamen zur gleichen Zeit aus der Schule oder dem Kindergarten und machten große Augen. Es gab viel Freude bei allen über die große Spende, da wir jetzt den großen Wunsch der jungen Bewohner für den Garten erfüllen können – ein Bodentrampolin.

Im Namen aller Kinder, Jugendlichen und Mitarbeiter der AWO "Haus Prierosbrück" bedanke ich mich bei Ihnen allen aufs herzlichste. Ein besonderer Dank gilt Herrn Schulze, der durch sein Engagement das erst ermöglichte.

Anja Raschke-Tarnick,                                                                                  Fotos : Dieter Okroy

Einrichtungsleiterin AWO Haus Prierosbrück

AWO RV Brandenburg Süd e.V.

AWO-Ortsverein Wildau

Mitgliederversammlung 2015

Am 18.02.2015 fand in der Cafeteria der AWO Seniorenheim Wildau GmbH unsere diesjährige Mitgliederversammlung statt. Sehr zur Freude des Vorstandes folgten ca. 40 Mitglieder der Einladung. Sie wurden von unserer Vorsitzenden Angela Homuth auf das herzlichste begrüßt. Es folgte ein Rückblick auf Veranstaltungen des letzten Jahres. Dabei ging sie auch auf die ausgefallende Busfahrt im Dezember zum Schloss Diedersdorf ein. Es meldeten sich zu dieser Reise leider zu wenige an. So musste die Fahrt aus Kostengründen ausfallen. Versammlungsleiter Fred Arbter, der wie gewohnt sicher den Ablauf leitete, hakte nochmals bei den enttäuschten Mitgliedern nach. Nach einigen Erläuterungen war auch bei ihnen klar, die Entscheidung des Vorstandes, war mit Rücksicht auf alle Mitglieder, die richtige. Danach stellte Bärbel Richter den Veranstaltungsplan für 2015 vor. Auch dieser wurde jedem mit der Einladung zugeschickt. Eine von vielen Veranstaltungen ist eine Busfahrt nach Potsdam mit einem geführten Besuch des Landtages und anschließendem Gespräch mit der Landtagsabgeordneten Tina Fischer. Danach ist ein Essen vorgesehen. Unsere "Finanzministerin" Ingrid Mertner erläuterte nun die Ausgaben 2014. Neben den Veranstaltungen wurden auch viele soziale Projekte unterstützt. Das fand bei allen Zustimmung. Zum Abschluss wurde zur gemütlichen Gesprächsrunde bei Gulaschsuppe eingeladen. Eine Schüssel mit Schmalz und verschiedene Brötchen standen ebenfalls bereit. Auf eines wurde noch kurz hingewiesen. Am 18.3.2015 berichtet unser Afrikaexperte über seine letzte Reise nach Kenia. Das es dazu natürlich wieder originalen Kaffee aus Kenia gibt, versteht sich bei ihm von selbst. Sicherlich bringt er auch wieder einige Exponate seiner Reise mit. Neben den bisher regelmäßigen Veranstaltungen wie Liedertafel, Stuhlgymnastik und Kartennachmittagen wird nun auch gebastelt und gebacken. So können sich schon die Besucher neben leckeren Kaffee auch auf frischgebackenen Kuchen freuen. Der Eintritt ist frei! Wir hoffen auch zu dieser Veranstaltung wieder viele Besucher begrüßen zu dürfen.

                                                 Dieter Okroy ( Vorstandsmitglied )

05.02.2015    

Pflegenoten allein bringen keine Qualität

AWO befürwortet zur Überprüfung der Pflegequalität wissenschaftlich erproberte Prüfverfahren

„Die Pflegenoten konnten nie das leisten, was man sich von ihnen erhofft hat. Deshalb fordert die AWO schon lange ihre Ablösung durch ein wissenschaftlich erarbeitetes und in der Praxis erprobtes System, das es bereits seit 2011 gibt“, erklärt AWO Vorstandsmitglied Brigitte Döcker anlässlich der immer lauter werdenden Kritik am bestehenden Prüfungssystem der Pflegequalität. Der Gesetzgeber erhoffte sich vom so genannten Pflege-TÜV transparente und bessere Pflegequalität. Tatsächlich entstanden ein bürokratischer Wust von checklistenartigem Abprüfen von pflegerischen Tätigkeiten und Arbeitsabläufen. „Die Pflegenoten zeigen nicht, was wirklich zählt: das Ergebnis der Pflege. Ob die Maßnahmen erfolgreich waren oder nicht, konnten die Noten nicht widerspiegeln“, kritisiert Döcker.

Alternativen zum bestehenden Prüfsystem bestehen durchaus. So ließen das Bundesfamilien- und das Bundesgesundheitsministerium die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) ein System zur Prüfungen und Darstellung von Pflegequalität hinsichtlich der Pflegergebnisse wissenschaftlich entwickeln und praktisch erproben. Hier wurden konkrete Fragen gestellt, wie zum Beispiel, wie viele Pflegebedürftige in einer Einrichtung im letzten halben Jahr ein Druckgeschwür bekommen hätten. Durch diese ergebnisfokussierten Fragen kann sowohl echte Transparenz hergestellt, als auch im Ergebnis die Pflege verbessert werden.

Die Selbstverwaltungspartner in der Pflegeversicherung haben in ihrer Vereinbarung zum Pflege-TÜV auf dieses Projekt als künftige Alternative hingewiesen. Aufgrund mangelnder Strukturen der Selbstverwaltung konnten die Pflegeheimbetreiber sich lange Zeit nicht gegen die Kassen durchsetzen, um mit diesem alternativen System die Pflegenoten abzulösen. Inzwischen sind die Selbstverwaltungspartner im Rahmen Ihre Möglichkeiten aber tätig geworden und sind dabei eine Rahmenvereinbarung zur Implementierung dieses Systems zu beschließen. So soll die Erarbeitung einer wissenschaftlichen Strategie zu deren bundesweiten Umsetzung beauftragt werden.

Wenn jetzt die Politik einsieht, dass das bisherige Prüfungssystem nicht funktioniert, müsste sie ebenso eingestehen, dass die Qualitätsprüfungen der medizinischen Dienste für die Veröffentlichung von Pflegergebnissen und mehr Transparenz nicht zielführend sind. „Das System der Qualitätsprüfungen und Veröffentlichungen muss endlich überarbeitet werden. Idealerweise auf Basis des inzwischen seit 2011 vorliegenden Systems von Indikatoren für Ergebnisqualität in der stationären Pflege“, fordert Döcker. Dies wurde in verschiedenen Projekten bundesweit bereits von hunderten Einrichtungen freiwillig angewandt. „Der Gesetzgeber muss nun dafür in der nächsten Pflegereform die rechtlichen Rahmenbedingungen schaffen und dafür Sorge tragen, dass das System der externen Qualitätsprüfungen und Veröffentlichungen auf eine neue Grundlagen gestellt und besser miteinander verzahnt wird“, so Döcker abschließend.

28.01.2015    

Pflegekosten durch allgemeingültigen Tarifvertrag regeln

AWO nimmt Stellung zur Studie "Gehälter in den Pflegeberufen"

„Wer möchte, dass Altenpflegerinnen und –pfleger in Zukunft besser bezahlt werden, muss klar sagen, dass Pflege dadurch teurer wird und sicherstellen, dass dies refinanziert wird“, erklärt AWO Vorstandsmitglied Brigitte Döcker angesichts der gestern veröffentlichten Studie zu den Löhnen in der Pflege. Die grundsätzlichen Ergebnisse der Studie seien hinlänglich bekannt: Die Leistungen der ambulanten Pflege sind chronisch unterfinanziert und die Pflegeberufe werden  schlechter bezahlt als vergleichbare Berufe. Dank der Studie gibt es nun aber belastbare Zahlen. „Es ist zu hoffen, dass dies der Diskussion um Pflegefinanzierung einen neuen Schub gibt“, erklärt Döcker.

Durch die von der Politik gewollte Privatisierung vor allem in der Altenpflege ging vielerorts die Tarifbindung verloren. Da der Anteil der Personalkosten in der Pflege bei 85 Prozent liegt, wird der Wettbewerb vor allem über die Lohnkosten geführt. Tarifgebundene Unternehmen geraten dadurch schnell unter Druck. Der Gesetzgeber hat  mit dem ersten Pflegestärkungsgesetz (PSG I) darauf zwar reagiert und zum 1.1.2015 gesetzlich geregelt, dass Tariflöhne bei Preisverhandlungen zwischen Pflegeinrichtungen und Kassen sowie Sozialhilfeträgern nicht mehr als unwirtschaftlich abgelehnt werden dürfen. Allein, wenn frei-gemeinnützige, tarifgebundene Einrichtungen in einer Region in der Minderheit sind, nützt das wenig, wenn sie mit den Preisen dann nicht mehr konkurrenzfähig sind. Hier hilft nur ein flächendeckender, allgemeinverbindlicher Tarifvertrag, für den sich die AWO seit längerem stark macht. Nur so läuft der Wettbewerb in der Altenhilfe nicht mehr über den Preis und damit die Löhne, sondern über die Qualität der Pflege.

In Sachen Refinanzierung gibt es zwischen den Bundesländer nicht zu rechtfertigende Unterschiede: So gibt es für 15 Minuten Unterstützung beim Waschen und Anziehen plus zehn Minuten Anfahrtszeit und Leistungsdokumentation sieben Euro in Sachsen und 18 Euro in Hessen. Hier sieht Döcker Handlungsbedarf: „Pflege muss überall den gleichen Wert haben. Die Bezahlung der Pflegekräfte sollte über einen allgemein verbindlichen flächendeckenden Tarifvertrag Soziales geregelt werden.“

Kategorie: Gesundheit, Alter, Arbeit & Soziales, Alter und Pflege, Gesundheit Vorsorge und Rehabilitation 

Es fand wie seit 15 Jahren das Neujahreskonzert in der Berliner Philharmonie statt,der nördliche Teil des Kreisbandes war mit zwei Bussen da. Es hatten viele Interessierte  Karten beim Reisedienst der AWO erworben und einige Karten  waren als Auszeichnung für aktive ehrenamtliche Arbeit im Jahr 2014 und in den 25 Jahren seit Bestehen durch den Regionalverband übergen worden. Der neue regierende Bürgermeister von Berlin sprach in diesem Jahr die Grußworte an unsere Gäste. Anwesend waren der Ehrenvorsitzende Christoph Eigenwillig der am 21.12. 2014 seinen 80. feierte und Ehrenbürger von Lübbenau wurde und unsere Landesvorstandmitglieder.

Jürgen Mertner

stellvertretender landesvorsitzender Brandenburg

 

22.01.2015    

Heinrich-Albertz-Friedenspreis an Franz Müntefering

Franz Müntefering erhält den Heinrich-Albertz-Friedenspreis von AWO-Präsident Wilhelm Schmidt. (Foto: Stephanie Pilick)

v.l.n.r: Wolfgang Stadler (Vorsstandsvorsitzender des AWO Bundesverbandes), Michael Müller (Regierender Bürgermeister von Berlin), der die Laudatio hielt, Franz Müntefering und Wilhlem Schmidt (Präsident des AWO Bundesverbandes) (Foto: Stephanie Pilick)

Auszeichnung für die politische Lebensleistung.

Mit der heutigen Verleihung des Heinrich-Albertz-Friedenspreises wird das Wirken und Handeln von Franz Müntefering gewürdigt. Der AWO Präsident Wilhelm Schmidt erklärt zu Beginn, dass es für den Preisträger ein ganz wesentlicher Antrieb sei: „Eine Gesellschaft für und mit den Menschen zu gestalten“ und sprach seine „Hochachtung gegenüber der politischen Lebensleistung von Franz Müntefering“ aus. Müntefering habe besonders die sozialdemokratische Politik der Bundesrepublik Deutschland wie kaum ein Anderer geprägt. 

Die Laudatio auf Franz Müntefering hält Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller. Das langjährige AWO Mitglied ehrt Müntefering im Wappensaal des Roten Rathauses in Berlin mit den Worten: „Die AWO vergibt den Heinrich-Albertz-Friedenspreis an Menschen, die Solidarität und soziale Verantwortung in den Mittelpunkt ihres Lebens stellen. Für Franz Müntefering gilt dies in besonderer Weise. Für ihn geht es um Politik, die den Menschen dient, die das Leben Schritt für Schritt ein bisschen besser macht. Zeit seines politischen Lebens hat sich Franz Müntefering für die Zukunft einer humanen Arbeitsgesellschaft, stabile soziale Sicherungssysteme auch in Zeiten des demographischen Wandels und eine starke, eine solidarische Bürgergesellschaft und Bürgerinnen und Bürger, die sich auf der Grundlage einer fundierten politischen Bildung ein Urteil bilden und damit zum Handeln befähigt werden, eingesetzt. Und das mit voller Kraft.“

Der AWO Präsident Schmidt erklärt abschließend: „Franz Müntefering ist ein hervorragender Preisträger, da er schon sehr früh in seinem Leben davon überzeugt war, dass unser Gemeinwesen nur dann funktioniert, wenn sich viele Leute für dessen demokratische Gestaltung engagieren. Engagement als Einsatz für ein demokratisches Gemeinwesen, diese Vorstellung hat Franz Müntefering gemein mit den Überzeugungen der Arbeiterwohlfahrt und mit denen von Heinrich Albertz. Deshalb freuen wir uns als AWO sehr, ihn heute mit dem Heinrich-Albertz-Friedenspreis auszuzeichnen.“

Mit dem Heinrich-Albertz-Friedenspreis ehrt die AWO seit 1999 Persönlichkeiten, die Solidarität und soziale Verantwortung in den Mittelpunkt ihres Lebens stellen und die sich um die Ausgestaltung der Grundwerte Solidarität, Toleranz, Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit und um den inneren und äußeren Frieden in besonderer Weise verdient gemacht haben. Der Preis wird in diesem Jahr am heutigen 22. Januar vergeben, da der Namensgeber Heinrich Albertz heute seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte. 

Bisherige Preisträger:

1999: Johannes Rau

2001: Paul Spiegel

2005: Gerhard Schröder

2008: Hans-Jochen Vogel      

2011: Jutta Limbach   

2013: Egon Bahr                           

Sozialpolitik nicht nach Kassenlage sondern nach Bedarfslage ausrichten

           

AWO Erwartungen für 2015

   

„Die Große Koalition hat bereits einige ihrer Ankündigungen und Versprechen umgesetzt, doch die soziale Schieflage in der Bundesrepublik hat sich an vielen Stellen derart verfestigt, dass es noch viel zu tun gibt“, erklärt der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler seine Erwartungshaltung für das Jahr 2015. „Sozialpolitik sollte nicht nach Kassen-, sondern nach Bedarfslage gemacht werden. Das Dogma der schwarzen Null und die Schuldenbremse dürfen nicht auf Kosten der Sozialpolitik durchgesetzt werden. Soziale Leistungen müssen auskömmlich finanziert werden.“ Mit einer vorausschauenden Sozialpolitik kann zudem rechtsextremen und populistischen Bewegungen der Nährboden entzogen werden. Die Arbeiterwohlfahrt hat sich in ihrer langen Tradition immer gegen die Ausgrenzung gesellschaftlicher Gruppen ausgesprochen und wird daran entschieden festhalten.

In Sachen Rente sind die ersten Reformen bereits umgesetzt. Bei der noch von der  Bundesregierung geplanten Gestaltung flexiblerer Übergänge vom Arbeitsleben in die Rente, wird die AWO auf eine vernünftige Balance achten. „Was wir brauchen, ist ein attraktives Teilrentenmodell und einen Ausgleich der finanziellen Einbußen, die eine reduzierte Arbeitszeit mit sich bringt. Ansonsten wären flexible Übergänge nur den höheren Einkommensgruppen möglich“, erklärt Stadler. Um Altersarmut vorzubeugen, fordert die AWO eine Freibetragsregel in der Grundsicherung im Alter einzuführen, die Einkünfte aus allen drei Säulen der Alterssicherung umfassen sollte.

Für das Jahr 2015 erwartet die AWO zielgerichtete Aktivitäten, um die für ein so wirtschaftlich erfolgreiches Land wie die Bundesrepublik viel zu hohe Armut zu bekämpfen. „Hier ist bisher zu wenig passiert“, bemängelt Stadler. Die geplante Rechtsvereinfachung im Hartz-IV-System greife zu kurz. Es bräuchte weitere Bausteine wie eine tatsächlich verbesserte Beratung der Betroffenen. Zudem sollte endlich die Praxis der Zwangsverrentung von Hartz-IV-Empfängern ab 63 beendet werden. Darüber hinaus greife die bisher geplante Verbesserung der Eingliederung von geringqualifizierten und langzeitarbeitslosen Menschen zu kurz. Die AWO sieht hier die Schaffung eines „Sozialen Arbeitsmarktes“ als dringend geboten an.

Die AWO setzt darauf, dass die Bundesregierung 2015 ihr Versprechen weiter einlöst, Familienfreundlichkeit als Leitprinzip der Gesetzgebung und des exekutiven Handelns zu verankern. Dazu gehört vor allem, Frauen und Männer mehr noch als bisher bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu unterstützen und geschlechtsspezifische Ungerechtigkeiten insbesondere in der Arbeitswelt zu beseitigen. In diesem Zusammenhang wird die im Koalitionsvertrag angekündigte  Weiterentwicklung des Teilzeitrechts von der AWO mit Spannung erwartet.

Die AWO erwartet von der Bundesregierung konsequente Schritte, die Qualität in Kindertageseinrichtungen und in Kindertagespflege zu verbessern und insbesondere ein Qualitätsgesetz auf den Weg zu bringen, das bundesweit vergleichbar hohe Qualität in Kita und Kindertagespflege gewährleistet. „Ein bundesweites Qualitätsgesetz ist ein wichtiger Schritt dahin, Armutsfolgen für Kinder zu reduzieren sowie gleichwertige Lebensverhältnisse und Entwicklungschancen für Kinder im gesamten Bundesgebiet herzustellen“, zeigt sich der AWO Bundesvorsitzende überzeugt. Zur Umsetzung dieser Ziele ist es aus Sicht der AWO zudem überfällig, dass die Kinderrechte der inzwischen 25 Jahre alten UN-Kinderrechtskonvention endlich im Grundgesetz verankert werden.

In Bereich der Gesundheit, Pflege und Behinderung zeigt die Große Koalition Bereitschaft, ihre vielen Ankündigungen und Vorhaben umzusetzen, was die AWO prinzipiell begrüßt. Für das kommende Jahr 2015 setzt die AWO auf die Verabschiedung eines Präventionsgesetzes, das als politische Querschnittsaufgabe verankert wird. Nur dadurch könnte ein zentraler Beitrag zur Verringerung sozial bedingter gesundheitlicher Ungleichheit geleistet werden. Im Bereich der Altenhilfe erwartet die AWO, dass der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff entsprechend der Empfehlungen der beiden Expertenbeiräte im vollen Umfang umgesetzt wird.

2015 müssen die mit der UN-Behindertenrechtskonvention versprochenen Entwicklungen in Richtung Inklusion vorangetrieben werden. Dazu bedarf es eines Bundesteilhabegesetzes, das aus Sicht der AWO vorrangig menschenrechtlich basiert und sozialpolitisch ausgerichtet sein sollte, den Menschen zu Gute kommt und nicht nur finanzielle Verschiebungen zwischen dem Bund und den Kommunen im Blick hat. 

Im Bereich der Flüchtlingsarbeit wurde die „Willkommens- und Anerkennungskultur" als neues Leitbild propagiert, nun muss sie aber noch mit Leben gefüllt werden. Vonnöten wären bundesweite Standards für die Unterbringung von Flüchtlingen und eine national und europäisch gerechte, menschenwürdige Flüchtlingspolitik, die die Wünsche und Bedürfnisse der Flüchtlinge berücksichtigt und diese zum Maßstab macht. Die Bundesregierung sollte sich zudem nicht nur zur Integration bekennen und die gesellschaftliche Teilhabe von Flüchtlingen fördern, sondern die globale und binationale Entwicklungs-Zusammenarbeit Deutschlands an die Einhaltung von Menschenrechten koppeln. Innenpolitisch erwartet die AWO, dass die Empfehlungen des NSU-Untersuchungsausschusses umgesetzt werden.

„Die Ausgangslage für eine ausgewogene Sozialpolitik ist in der Bundesrepublik besser als in vielen anderen Ländern. Deshalb fordert die AWO eine ausreichende Mittelausstattung für soziale Leistungen.

   

Es ist vollbracht !

Endlich war es so weit.

Am 28.11.2014 wurde unser neues großes Kletterhaus im Garten des AWO Kinder- und Jugendheimes "Haus Prierosbrück" eingeweiht. Zur feierlichen Übergabe waren auch einige Sponsoren und Gäste der Einladung gefolgt.  

Über 1 ½ Jahre hat das Projekt gedauert und viel Geduld von den Kindern gefordert, denn jedes Projekt braucht Zeit und wie bei unserem Kletterhaus auch Material und Arbeitskraft.

Anfangs gab es nur eine ungefähre Idee, wie das Ganze aussehen könnte und es gab Menschen, die bereit waren, uns mit Sach- und Geldspenden sowie Arbeitskraft bei der Umsetzung unseres Projektes zu Unterstützen.

Den Anfang machte der Förster Willi Hamann aus Heidesee, der uns die Pfähle zur Verfügung stellte. Tino Klopsch von Weber Messen kam mit Siebdruckplatten, großem und kleinen Holz und vor allem zwei Tischlern und viel starkem Werkzeug und sorgte für die Unterkonstruktion. Die zwei großen Rutschen, die das Bild des Kletterhauses maßgeblich prägen, spendete uns Michael Palm vom Campingclub Huschtesee e.V. Prieros.

Von der Sand + Kies Union Hartmannsdorf erhielten wir 50 Tonnen Fallschutzsand und der Architekt der AWO Gregor Haeger stand uns während des gesamten Baus bei Fragen zur Seite.

Da wir uns zu unserem Sommerfest immer ein Geschenk vom AWO Kreisverband Dahme-Spreewald e.V. wünschen dürfen, haben wir die Gelegenheit genutzt und für das Kletterhaus ein Kletternetz und ein Klettertau geschenkt bekommen.

Wenn es irgendwie nicht mehr weiterging, war unser AWO-Kreisvorsitzender Jürgen Mertner immer zur Stelle und hat uns mit seinen unendlichen Kontakten und auch finanziell unterstützt. Auch dafür ein großes Dankeschön !

Das ganze Projekt wäre aber nicht möglich gewesen, wenn unser Haustechniker Herr Lothar Sommer nicht mit viel Liebe zum Detail, unermüdlichen Engagement, schier unglaublichen Geschick, sowie mit viel Durchhaltevermögen und Energie dieses Projekt umgesetzt hätte. Die Kinder und auch die Erwachsenen haben ihm dafür ihren Dank ausgesprochen.

Um 15 Uhr war es endlich soweit. Mit Hilfe der Kinder wurde das kleine „ Büfett„ eröffnet. Es gab selbstgebackenen Kuchen und Plätzchen. Dazu reichten die Kinder den Gästen Kaffee, Tee und heißen Kinderpunsch. Der wurde auch gerne genommen, denn die Temperaturen waren nahe am Gefrierpunkt. Das war aber noch nicht alles. Jeder Gast erhielt zum Dank noch ein selbstgebasteltes Adventsgesteck. Nun konnten die Kinder unter den Beifall der Gäste das rote Band durchschneiden. Dann gab es kein Halten mehr. Nach dem obligatorischen Gruppenfoto zur Erinnerung wurde nun geklettert, gerutscht und gesprungen. Bei diesem Anblick war allen klar, die Mühe hatte sich gelohnt!

Wir sind stolz auf unser Kletterhaus, nicht nur weil es den Kindern mehr Spielmöglichkeiten bietet, sondern auch weil all die Genannten da waren und uns geholfen haben, unsere Idee umzusetzen.

Im Namen aller Kinder und Erzieher

                     Text : Anja Raschke-Tarnick Einrichtungsleiterin / Fotos : Dieter Okroy

24.11.2014    

Gesetz zur Familienpflegezeit als Bekenntnis zur Vereinbarkeit

           

AWO Stellungnahme zur Anhörung Familienpflegezeitgesetz

   

„Der vorliegende Gesetzentwurf ist aus Sicht der AWO ein klares Bekenntnis zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf“, erklärt AWO Vorstandsmitglied Brigitte Döcker anlässlich der heutigen Anhörung im Bundestagsausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und führt aus: „Die AWO begrüßt die Einführung des Rechtsanspruchs auf Familienpflegezeit, denn er schafft Rechtssicherheit für die pflegenden Angehörigen und befreit sie vom Status eines Bittstellers.“

Die geplante Freistellungsregelung ist ein erster wichtiger Schritt, um Beruf und Familie bzw. Pflege miteinander zu verbinden. „Die nun geplanten Regelungen sind ein Versuch der Belastungsminderung, sie bergen aber gleichzeitig das Risiko zu einer rechtlich legitimierten und bezahlten Doppelbelastung zu werden“, gibt Döcker zu bedenken. Die im Gesetz geplante Möglichkeit der Aufstockung des Arbeitslohns durch ein dafür vorgesehenes Darlehen kann sehr sinnvoll sein, da die Inanspruchnahme der Familienpflegezeit zu finanziellen Einbußen und erhöhten Ausgaben im Verlauf der Pflegesituation führen kann, die zu Beginn kaum abzuschätzen sind. Es gilt zu bedenken, dass Angehörigenpflege in der Regel über viele Jahre passiert und die Darlehensrückzahlung nach zwei Jahren dann einhergeht mit der Weiterführung der Pflege und der Erhöhung des Umfangs der beruflichen Tätigkeit.

Die vorgesehenen Freistellungsarten können dabei helfen, die sehr individuellen Bedingungen pflegender Angehöriger zu lösen. Darüber hinaus bräuchte es aber auch flexible Lösungen von Unternehmensseite, die über die bisherigen Regelungen zur Arbeitszeitgestaltung in Pflegesituationen hinausgehen sollten.

Als nicht erfolgversprechend schätzt die AWO die Betriebsgrößenbeschränkung ein, da die häufig pflegenden Frauen überproportional in Kleinbetrieben tätig sind und ihnen somit die Möglichkeiten des Gesetzes verwehrt bleiben. In Punkto Berechtigtenkreis begrüßt die AWO die Erweiterung des Familienbegriffs grundsätzlich, hätte sich jedoch ein noch weiter gefasstes Verständnis gewünscht, da  der Verwandtschaftsgrad nicht automatisch zeigt, ob Menschen bereit sind füreinander Verantwortung zu übernehmen. Zudem leben Familienmitglieder heutzutage oft weit voneinander entfernt. Pflege ist aber an die nahe Verbindung der Haushalte gekoppelt.

   

Kategorie: Familie, Kinder & Jugend, Alter, Gesundheit, Beratung & Hilfe, Arbeit & Soziales 

14.11.2014    

Familienpflegezeit – Ein erster Schritt in die richtige Richtung

           

Wirkung der Familienpflegezeit kann sich nur entfalten, wenn ein passendes und bezahlbares Pflegearrangement zur Verüfgung steht.

   

„Der Referentenentwurf zur Familienpflegezeit ist ein wichtiger erster Schritt in die richtige Richtung“, betont der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler anlässlich der heutigen ersten Lesung im Bundestag zum Entwurf des Gesetzes zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf.

Der Gesetzgeber hat in den vergangenen Jahren mit der Einführung des Pflegezeitgesetzes und der nachfolgenden Familienpflegezeit unterstrichen, dass ihm eine Entlastung pflegender Angehöriger, die beruflich eingebunden sind, wichtig ist. Die geringe Inanspruchnahme der beiden Freistellungsmöglichkeiten hat jedoch offensichtlich werden lassen, dass hier dringender Nachbesserungsbedarf besteht.

„Die AWO begrüßt daher die Intention des nun vorgelegten Gesetzentwurfes beide Freistellungsarten stärker an den Bedarfslagen pflegender Angehöriger zu orientieren“, so Stadler. „Dennoch müssen darüber hinaus weitere Schritte folgen.“

„Eine Familienpflegezeit oder eine Pflegezeit kann nur dann eine entlastende Wirkung entfalten, wenn den pflegenden Angehörigen eine Pflegeinfrastruktur und pflegerische Dienstleistungen zur Verfügung stehen. Es muss ein individuell passendes und bezahlbares Pflegearrangement möglich sein“, erklärt Stadler. „Da dies oft nicht der Fall ist, kommt es vielfach zu hohen finanziellen, psychischen und körperlichen Belastungen. Hier ist der Gesetzgeber gefragt die Grundlagen sowohl für eine bessere ambulante pflegerische Infrastruktur zu sorgen als auch eine Quartiersentwicklung weiter im Sinne der Menschen zu befördern.

11.11.2014    

AWO-Sozialbarometer: Bürger blicken skeptisch auf die finanzielle Absicherung im Pflegefall

       

   

AWO fordert die Politik und Gesellschaft die Sorge der Menschen vor dem Alter ernst zu nehmen.

   

„Immerhin 41 Prozent der Bevölkerung sind in Sorge um eine gute Versorgung im Pflegefall“, so der AWO Vorstand Brigitte Döcker anlässlich des aktuellen AWO Sozialbarometers zum Thema „Zukunft der Pflege“. Zwar sagten 55 Prozent, sie seien finanziell ausreichend abgesichert. In der Gehaltsgruppe mit einem monatlichen Einkommen unter 1.500 Euro sehen dies jedoch nur noch 42 Prozent so und 54 Prozent fühlen sich nicht ausreichend abgesichert. „Dies stimmt umso nachdenklicher, wenn man bedenkt, dass ein Großteil der Menschen sich oftmals keine zusätzliche Privatversicherung leisten kann.“

In diesem Zusammenhang sind auch die Ergebnisse des AWO Sozialbarometers mit Blick auf die Frage, ob der Anteil privater Vorsorge zur Finanzierung der Pflege angehoben werden sollte, einzuordnen. Nur 29 Prozent plädieren dabei für ein Mehr an privater Vorsorge. 57 Prozent der Befragten hingegen sehen in der Erhöhung der Beträge zur derzeitigen Pflegeversicherung ein Mittel. „Die Befragten zeigen eine wohltuend realistische Einschätzung der Lage“, betont Döcker. Allen Beobachtern sei klar: Die Zahl der Erwerbstätigen – und damit auch die Zahl der Beitragszahler – sinkt; die Zahl der Leistungsempfänger wird angesichts der demografischen Entwicklung kontinuierlich zunehmen. Das heißt, die Ausgaben werden steigen. Umso dringender sei ein weitreichendes Gerechtigkeits- und Finanzierungsverständnis in Politik und Gesellschaft, „um den Menschen die Sorge vor dem Alter oder als Pflegebedürftiger zu nehmen“, so das AWO-Vorstandsmitglied.

Die Zukunft von Pflege erfordert an vielen Stellen ein Umdenken bei allen Verantwortlichen. Eine integrierte, alle Bürger umfassende gesetzliche Pflegeversicherung und eine Beitragspflicht, die alle Einkommen erfasst, gewährleisteten eine hinreichende Finanzierungsgrundlage. Zwar würden immer wieder Argumente ins Feld geführt, dass eine sogenannte Bürgerversicherung administrativ und rechtlich nicht umsetzbar sei. „Dies hat die AWO allerdings vor geraumer Zeit mit seriösen Gutachten widerlegt und gegenüber den politisch Verantwortlichen auch kommuniziert“, konstatiert Döcker. Demnach ist die Pflege-Bürgerversicherung nicht nur gerecht, sondern auch ohne zusätzliche Kosten umsetzbar. Sie würde allen Bürgern eine ausreichende Absicherung gewährleisten, Leistungsverbesserungen ermöglichen und eine private Zusatzversicherung überflüssig machen.

Das AWO-Sozialbarometer fragt nach sozialpolitisch relevanten Themen in Deutschland. Die Studie wird von TNS-Infratest durchgeführt.

   

Kategorie: Alter, Menschen mit Behinderung, Beratung & Hilfe, Arbeit & Soziales, Gesundheit 

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